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Der alte jüdische Friedhof in Offenbach am Glan

Eine Beschreibung

von Udo Stemler-Schillo
in: WESTRICHER HEIMATBLÄTTER, Jg. 26, Nr.3


Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1. Anmerkungen zum jüdischen Friedhofs- und Begräbniskult
2. Der alte israelitische Leichenhof in Offenbach am Glan - Eine Beschreibung
2.1 Die Grabinschrift
2.2 Der jüdische Kalender
3. Die Hinweise des Friedhofes auf das Leben der Gemeinde
3.1 Die Grabsteine
3.2 Die ältesten Grabinschriften
4.Anhang
4.1 Lageplan
4.2 Transkription und Übersetzung der ältesten Grabsteininschriften
4.3 Lateinische Grabinschriften
4.4 Ausgewählte Grabsteine
4.5 Literaturliste, Bibliotheken, Abkürzungsverzeichnis


Einleitung

Die vorliegenden Seiten sollen einen heimatgeschichtlichen Beitrag zur Erinnerung an die einstige Existenz des durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft vernichteten jüdischen Lebens im Glantal leisten.

Jüdische Friedhöfe sind häufig die einzigen noch sichtbaren Zeugen für jüdisches Leben und jüdische Kultur in unserem ländlichen Raum[ 1 ].

Ihr fortschreitender Verfall, der vom jüdischen Kultus ausdrücklich so gewollt ist, kann nicht übersehen werden.

"Über Offenbach auf der Höhe liegt einer der ältesten Friedhöfe des Rheinlandes" schrieb der Hoppstätter Landesrabbiner Dr. Alex Lewin im Westrich Kalender 1929[ 2 ]. Das Alter des Friedhofes konnte bisher nicht ermittelt werden. Der älteste Hinweis ist Grabstein Nr. 87 mit dem Sterbedatum 1755[ 3 ]. Als amtliche Quelle sind Katasterunterlagen zur Grundsteuerberechnung im Landeshauptarchiv in Speyer ab 1865 vorhanden. Als Eigentümer wird dort die israelitische Gemeinde zu Offenbach genannt[ 4 ].

Weiteren Aufschluß über den Erwerb des Friedhofgeländes könnten noch verborgene Quellen in Kirchenarchiven bzw. Aufzeichnungen der Wild- und Rheingrafen geben.

Nachfolgend wird der alte jüdische Friedhof in Offenbach am Glan in seinem Zustand im Jahre 1994 beschrieben, auf dem vor mehr als hundert Jahren die letzte Beerdigungsfeier stattgefunden hatte.

Im zweiten Teil wird den Hinweisen nachgegangen, die der Friedhof über die jüdische Gemeinde in Offenbach gibt. Beispielsweise läßt sich an den Grabsteinen die zunehmende Anpaßung an die christliche Umwelt ablesen.

Die Fragmente der Transkriptionen und Übersetzungen der ältesten vorgefundenen Grabinschriften werden wiedergegeben. Die Grabsteinlyrik, wie die Inschrift auch genannt wird, gibt uns Auskünfte über die bestatteten Personen.


1 Anmerkungen zum jüdischen Friedhofs- und Begräbniskult

Beim Judentum handelt es sich um eine Gesetzesreligion. Das gemeinschaftliche Leben wird durch Ge- und Verbote, die in der Halachah (Wegrichtung) fixiert sind, bestimmt[ 5 ]. Die Verbindlichkeit dieser Regeln hängt davon ab, ob die Gemeinde orthodox, konservativ oder liberal ausgerichtet ist[ 6 ]. Für den Friedhofs- und Begräbniskult gilt:

- Der Friedhof ist neben dem Tempel und Erez[ 7 ] Israel der dritte heilige Ort der Juden. In seiner kultischen Bedeutung ist er der Synagoge ebenbürtig.

- Anders als im christlichen Kult ist das Grab Eigentum des Toten und besteht auf ewige Zeiten. Der Friedhof wird deshalb auch Beth olam genannt, was ewiges Haus bedeutet. Aus diesen Gründen darf die jüdische Gemeinde das Gründstück nie veräußern.

- Die Wohnungen der Toten sind nach dem kultischen Reinheitsgebot von denen der Lebenden zu trennen[ 8 ]. Der Friedhof ist ein unreiner Ort und befindet sich deshalb immer außerhalb der Ortschaft und nie in der Nähe von Wasser, das als rein gilt. Dies würde auch die erhöhte Lage sämtlicher jüdischen Friedhöfe im Kreis Kusel erklären. Da es sich bei den älteren Friedhöfen im ländlichen Raum fast ausschließlich um Sammelfriedhöfe für mehrere Orte handelt, könnte die weit abseitige Lage auch auf einem Kompromiß der Juden aus den einzelnen Orten beruhen. Ein weit abseits liegender Friedhof kann auch in der Ablehnung der Juden oder ihres Kultes durch die mehrheitlich christlichen Bewohner begründet sein. Zudem war der Landerwerb für Juden erst um 1800 einheitlich geregelt[ 9 ]. Für den Friedhof wurden landwirtschaftlich nicht nutzbare Grundstücke vom Landesherren überlassen oder ausnahmsweise zum Kauf an einen Juden als Privatperson angeboten[ 10 ]. Aufgrund mangelnder Begräbnisflächen wurden die Toten auch übereinander bestattet, wobei ein Abstand von sechs Handbreit eingehalten werden mußte.

- Es gilt das Gebot der Totenruhe. Damit die Toten nicht gestört werden, wird der Friedhof häufig eingezäunt.

- Den Ahnen kommt besondere Ehre zu, da über sie die Verbindung mit Gott Jahwe und zum Heiligen Land hergestellt wird.

- Der Friedhof darf nicht am Sabbath und an Feiertagen besucht werden, weil dies Freuden- und keine Trauertage sind[ 11 ]. Besucht werden die Toten jährlich an ihrem Sterbetag, auch Jahrzeittag genannt.

- Die Gräber werden fortlaufend mit einem Abstand von mindestens sechs Handbreit angeordnet. Dieser Brauch führt teilweise zu einer streng geometrischen und chronologischen Einteilung des Totenackers[ 12 ].

- In Europa ist die Ost-Westausrichtung der Grabstätten verbreitet. So wird das Aufrichten am jüngsten Tag mit dem Blick nach Jerusalem ermöglicht.

- Ein Grabstein wird zum Andenken errichtet und darf nicht entfernt werden.

- Für strenggläubige Juden ist die Bepflanzung von Gräbern unzulässig[ 13 ]. In Westeuropa ist die Bepflanzung der Friedhöfe mit Bäumen verbreitet.

Auf jüdischen Grabsteinen lassen sich immer wiederkehrende Symbole finden. Diese können einmal eine Tätigkeit symbolisieren, wie z.B. ein Messer für denjenigen, der die rituellen Beschneidungen durchführte, oder Symbole, die einen Familienamen ausdrücken wie z.B. ein Herz (siehe Nr. 68) für den gleichlautenden Familiennamen. Ein siebenarmiger Leuchter (Minora), steht als Zeichen des Judentums. Eine Kanne, das Symbol der Priesterkaste der Leviten (siehe Nr. 31 und Nr. 86). Die Krone als Charakterzeichen symbolisiert einen guten Ruf oder Gelehrsamkeit. Einschränkend muß aber erwähnt werden, daß im jüdischen Schrifttum nirgends einem Symbol eine dogmatische Bedeutung zukommt[ 14 ].


2. Der alte israelitische Leichenhof in Offenbach am Glan - eine Beschreibung

Der Friedhof befindet sich ca. 15 steil ansteigende Gehminuten in nordwestlicher Richtung außerhalb des Ortes. Am Hang in einem Waldstück liegend ist das Gelände von jeher schwer zugänglich. Insbesondere, wenn man berücksichtigt, daß die Toten zum Friedhof getragen wurden. Der Transport mit einem Gespann dürfte, wenn überhaupt, nur in trockener Jahreszeit oder bei gefrorenem Boden möglich gewesen sein.

Eine Offenbacher Bürgerin berichtete mir von Erzählungen ihres Vaters. Dieser konnte sich noch erinnern, daß bei Beerdigungen der Leichnam im Laufschritt durch den Grubenweg zum Friedhof getragen wurde.

Der Friedhof mit der Flurstücksnummer 135 hat eine Größe von 2355 qm[ 15 ] und ist von einer ca. 210 Meter langen und ursprünglich 1,3 Meter hohen Trockenmauer umgeben. Die Mauer ist größtenteils in sich zusammengefallen.

Das Friedhofsgelände wurde durch zwei Eingänge betreten. Der Eingang im Norden wird durch zwei Pfosten von 25x25 cm Grundfläche, einer jetzigen Höhe von ca. 110 cm und einem lichten Maß von 170 cm, begrenzt. Ursprünglich war der Eingang mit einem Tor versehen. Die Pforte an der Südwestecke ist bautechnisch als solche nicht mehr erkennbar. Allerdings setzt sich der auf den Eingang führende Weg im Friedhofsgelände noch ca. 12 Meter bis zum Grabstein Nr. 1 fort.

Die Form des Geländes (siehe Lageplan) ist völlig unsymetrisch. Alle umliegenden Parzellen weisen eine annähernd rechteckige Form auf. Diese Formabweichung könnte insofern entstehungsgeschichtlich bedingt sein, daß die angrenzenden Grundstücke wesentlich später ausgemessen und der Friedhof nachträglich erweitert wurde.

Das Friedhofsgelände weist eine augenfällige Besonderheit auf. Der Großteil im oberen Drittel des Friedhofes, im Lageplan grau eingezeichnet, weicht von der Geländeform derart ab, daß das ursprünglich abschüssige Areal nach Südwesten sogar leicht ansteigt. In diesem Bereich befinden sich die Stelen 86 bis 96, die zu den ältesten vorfindbaren zählen. Nach Südwesten fällt das Gelände trotz jahrzehnte währender Erosion steil auf das ursprüngliche Niveau ab[ 16 ].

Oberhalb des Friedhofes in östlicher bis nordöstlicher Richtung sind größere Hangeinschnitte vorhanden. Diese lassen den Schluß zu, daß direkt vor Ort der Sandstein für die Herstellung der Grabsteine wie der Friedhofsmauer gewonnen wurde.

Eine Erklärung für die Erdaufschüttung wäre, daß die Grabstätte ursprünglich nur aus dem oberen Drittel bestanden hätte. Aus Platzmangel wurden die Toten übereinander bestattet. Dies war nach jüdischem Ritus wie oben erwähnt, wenn notwendig, möglich und wurde auch andernorts praktiziert[ 17 ]. Nachdem der ca. 60 Gräber bietende Platz belegt war[ 18 ], wurde der durch die Sandsteinförderung anfallende Aushub auf das Gelände aufgebracht und machte so die weitere Bestattung möglich.

Bedingung war, daß zwischen den Bestatteten seitlich und nach oben sechs Handbreit (ca 60cm) Platz bleiben mußte. Eine reine Entsorgung des Aushubs auf dem Leichenhof wäre dem Gebot der Totenruhe völlig zuwider gelaufen.

Der Stein Nr. 82 mit dem Sterbedatum 1826 ist der älteste ermittelte unterhalb der Aufschüttung. Demzufolge besteht der Friedhof seit mindestens 170 Jahren in der heutigen Größe. In diesen Zeitraum könnte dann auch die Anlage der jetzigen Friedhofsmauer fallen[ 19 ].

Das gesamte Areal ist mit unterschiedlichsten Bäumen wie Akazien, Kirschen, Buchen und Eichen bewachsen. Insbesondere der östliche Teil des Geländes ist durch den Hecken- und Sträucherbewuchs nicht mehr begehbar.

Auf dem Friedhof sind alle Grabsteine vertikal stehend konzeptioniert[ 20 ]. Über den Standort der Mazzewah, wie der einfache Grabstein auch genannt wird, läßt sich nur spekulieren. Bei den deutschen Juden, auch Aschkenasen genannt, stand der Stein gewöhnlich am Kopfende mit der Schrift nach innen[ 21 ].

Die Grabsteine einschließlich ihre Lage, lassen sich grob in drei Kategorien einteilen. Die ältesten sind aufrechtstehende Grabplatten, die zu ca. 1/3 in den Boden eingelassen sind. Die Beschriftung ist hebräisch. Ab ca. 1830 wurden die Grabplatten zunehmend auf der Rückseite noch deutsch beschriftet. Der im Alter von 28 Jahren gestorbenen Amalia Roos wurde bereits 1838 ein zweisprachig und -seitig beschrifteter Grabstein (Nr. 78) gestellt. Die mehrteiligen Grabsteine bilden die dritte Generation der steinernen Zeugen. Ihr Einsatz begann ca. 1870. Sie bestehen vorwiegend aus einer Bodenplatte, auch Erdfassung genannt, die das Gewicht auf ca. 60x60 cm verteilt, aus einem Sockel auch Postament genannt, der häufig den Namen des Steinhauers trägt und dem eigentlichen Grabstein, auch Obelisk genannt. Grabeinfassungen von ca. 230x110cm sind nur noch bei Nr. 7 und Nr. 10 vorhanden. Weitere Einfassungen sind anzunehmen aber nicht mehr vorhanden.

Die wenigsten Grabsteine stehen an ihrem ursprünglichen Platz. Der größte Teil liegt auf dem Gelände verstreut. Die Grabreihen, die von Nordosten nach Südwesten verliefen, sind noch grob zu erkennen. Wie streng die nach Sterbedatum fortlaufende Anordnung der Gräber erfolgte, läßt sich nur bedingt nachprüfen[ 22 ].

Die mehrteiligen Grabsteine liegen ausnahmslos in ihren Einzelteilen am Boden verteilt. Inwieweit hier Grabschänder zu diesem bedauerlichen Zustand beigetragen haben, ist im nachhinein schwer zu beurteilen. Wenn die einteiligen Grabplatten nicht durch ihr Eigengewicht weit im Boden versunken sind, dann hat sie die abrutschende Erdmasse umgedrückt. An den restlichen Steinen hat die langwährende Erosion ihre Spuren hinterlassen. Die zunehmende Luftverschmutzung beschleunigt diesen Prozeß noch. Für die Existenz eines Leichenhauses, in dem u.a. die rituelle Totenwaschung durchgeführt worden wäre, liegen keinerlei Anhaltspunkte vor.

Die für jüdische Friedhöfe typischen Symbole kommen in Offenbach nur wenige zur Anwendung. Die eingemeißelte Kanne auf dem Fragment Nr. 86 und die Bekrönung von Nr. 31 weisen auf die Abstammung von den Leviten hin. Ihre Aufgabe bestand darin, dem Priester vor dem erteilen des Segens, die Hände zu waschen. Im mittleren Teil des Friedhofes findet sich oberhalb des Schriftfeldes öfter ein Herz[ 23 ] als Symbol für den gleichnamigen Familiennamen (siehe Nr. 26, Nr. 68, Nr. 72). Das verwendete Material der Grabsteine ist ausschließlich Sandstein. Eine Ausnahme (Nr. 9) bildet die Einlage einer Schriftplatte aus weißem Marmor.


Die Grabinschrift

Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts konnten nur Christen das Steinmetzhandwerk ausüben, da Juden in die Zünfte nicht aufgenommen wurden. Gewöhnlich hat ein schreibbegabtes Gemeindemitglied dem christlichen Steinmetz den Text aufgezeichnet.

Die hebräische Schrift ist eine Quadratschrift die sich um die Mitte des 5. Jh. aus der aramäischen Quadratschrift entwickelte. Geschrieben wird sie von rechts oben nach links unten.

Zur Vereinfachung der Inschrift werden platzsparende Abkürzungen verwendet, die die Transkription ins Deutsche erheblich erschweren. Das als Roshe Tevot bezeichnete Verfahren benutzt immer nur den ersten, oder die beiden ersten Buchstaben eines Wortes[ 24 ]. Diese werden dann mit einem Punkt, einem Schrägstrich oder einer Wellenlinie über dem Buchstaben kenntlich gemacht.

Ein weiteres Problem bei der Übersetzung der Grabinschrift liegt darin begründet, daß der nichtjüdische Steinmetz eine ihm fremde Schrift einmeißelt. Kleinste Formabweichungen können dann einen anderen Buchstaben bedeuten[ 25 ].

Zahlenwerte werden als Buchstaben geschrieben. Beginnend mit A (alef) für die 1 und endend mit Z (tav) für die 400. Die Werte über 400 werden durch Additionen ausgedrückt. Die Zahlen werden zusätzlich durch zwei darüber gesetzte Punkte kenntlich gemacht[ 26 ]. Das Sterbedatum auf Stein Nr. 49 nach der kleinen jüdischen Zeitrechnung entspricht demzufolge dem Jahr (400+200+20+8=)628 nach jüdischer Zeitrechnung.

Die beiden Buchstaben am Beginn des Textes bedeuten hier ist geborgen (po tomon, po temuna) oder hier ruht (po nitmon). Abgeschloßen wird die Inschrift häufig mit den in der untersten Zeile stehenden fünf Buchstaben T N Z B H was Möge seine Seele eingehen in den Bund des Lebens bedeutet.


Der jüdische Kalender

Der heute gültige jüdische Kalender wurde 344 n.Chr. eingeführt. Darin wird das Jahr 3760 v.Chr. zum Tag der Schöpfung erklärt. 1994 entspricht damit dem Jahr 5754 nach jüdischer Zeitrechnung. Die in den Grabinschriften verwendete kleine Zeitrechnung bedeutet lediglich, daß die 5000 wegfällt. Dem Sterbedatum nach jüdischer Zeitrechnung muß damit die Differenz von 240 hinzugezählt werden. Das o.g. Sterbedatum 628 entspricht demnach 628+240=1868 oder 1867, wenn keine Monatsangabe vorhanden ist. Denn das jüdische Jahr beginnt im September/Oktober mit dem Rosh Haschana (Neujahrsfest). Der jüdische Monat folgt dem Mondzyklus[ 27 ] und dauert somit 29 bzw. 30 Tage. Zur Angleichung an das Sonnenjahr werden in 19 Jahren sieben Jahre mit 13 Monaten eingeschoben. Zudem muß noch berücksichtigt werden, daß der Tag mit dem Einbruch der Dunkelheit beginnt. Die einfachste Möglichkeit dieser Inkompatibilität zu entgehen, ist die Zuhilfenahme von Umrechnungstabellen[ 28 ].


3. Die Hinweise des Friedhofes auf das Leben der jüdischen Gemeinde

Der Friedhof in Offenbach spiegelt die Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft, wie das Verhältnis zu ihrer christlichen Umwelt.

Die Erweiterung des Friedhofes auf die jetzige Größe und die gleichzeitige Begrenzung mit einer Sandsteinmauer setzen eine stattliche Gemeindegröße mit einer dementsprechenden finanziellen Ausstattung voraus. Die Friedhofserweiterung ist als ein Indiz für eine Veränderung der administrativen Praxis oder gar als das Resultat politischer Veränderungen zu werten. So sei daran erinnert, daß mit der rechtsrheinischen Besetzung durch die Franzosen 1794 ein Prozeß in Gang gesetz wurde, der als die Emanzipation der Juden bezeichnet wird[ 29 ].


Die Grabsteine

Die ältesten im nordöstlichen Teil stehenden Stele symbolisieren in ihrer schlichten, über Jahrhunderte beibehaltenen Form die Gleichheit aller Juden im Tode. "Die Grabinschrift war (...) nie als Erläuterungstext zur plastischen Füllung der Platte gedacht, sondern selbst das formgebende Moment"[ 30 ] Eine schlichte Umrahmung wurde mit der Vertiefung des Schriftfeldes hergestellt (Nr. 96). Diese wenigen vorhandenen Steine stehen für ein traditionelles, in sich geschlossenes Judentum in Offenbach und den umliegenden Ortschaften. Auf ein "Beharren der (Meisenheimer) Juden auf ihre traditionelle Lebensweise" noch um 1800 verweist Wolfgang Dörr[ 31 ].

Die fehlenden Stele werfen Fragen auf. Wurden sie etwa als Baumaterial durch die christliche Bevölkerung entwendet?[ 32 ] Unter welchen Bedingungen und wann wäre dies möglich gewesen?

Die nächste Generation von Steinen, die allesamt erst südwestlich der Aufschüttung in Erscheinung treten, zeichnet sich durch das hinzugekommende Dekor aus. Neben den umlaufenden Bändern in Form von Rauten und Rhomben, kommen unterschiedliche Formen der Bekrönung zur Anwendung. (siehe Nr. 61).

Rückseitige Inschriften in deutscher Sprache erscheinen erstmals 1838 auf Nr. 78. Dies ist das deutlichste Zeichen von Reformen innerhalb der Gemeinde, die zu einem früheren Zeitpunkt eingesetzt hatten[ 33 ]. Der Bedeutungsverlust des Hebräischen als Kultschrift und -sprache ist auch in der schulischen Situation zu suchen. So erhielten die Offenbacher jüdischen Kinder von 1806-1844 den Elementarunterricht in der evangelischen Schule, natürlich in deutscher Schrift und Sprache[ 34 ]. Damit waren über die Schule hinausgehende Kontakte verbunden. Die Diskrepanzen zwischen Juden und Christen waren im Abbau begriffen[ 35 ]. Der Prozeß der Assimilation, die Anpassung der Minderheit an das kulturelle Umfeld, setzte ein. Damit verbunden, der schleichende Verlust der eigenen kulturellen Werte.

Ein weiteres Indiz für fortgeschrittene Reformen ist eine Urnenbestattung (siehe Nr. 57) im Jahre 1869. Denn das traditionelle Judentum verbietet eine Feuerbestattung, da diese u.a. gegen den Glauben der (körperlichen) Wiederauferstehung verstößt. Zudem wurde das Urnengrab chronologisch eingereiht und nicht auf ein separates Feld oder an die Friedhofsmauer "verbannt"[ 36 ].

Die letzte Gruppe von Grabsteinen ist im unteren Drittel des Friedhofes vertreten. Die Anpassung an christliche Grabarchitektur in Form und Dekor ist augenscheinig. Grabeinfassungen, wie sie an zwei Grabstätten noch sichtbar sind, (siehe Nr. 7, Nr. 10) haben im jüdischen Beerdigungsritus Einzug gehalten, um das betreten der Gräber zu vermeiden[ 37 ]. Andererseits wurden damit aber Barrieren zwischen den Verstorbenen geschaffen. Der Stellenwert der Gemeinschaft, die in der Diaspora das Überleben erst ermöglichte, tritt damit vor dem Individuum zurück.

Der Anspruch, mit der Einfachheit der Steine, die Ebenbürtigkeit aller Ahnen zu dokumentieren, wurde schrittweise aufgegeben. Im letzten Viertel des letzten Jahrhunderts begannen die Monolithen des Historismus jeder für sich auf seinem Sockel zu "thronen".

Der Wandel der Mazzewahs von der archetypischen Stele zum dreiteiligen Monument dokumentiert die Entwicklung des jüdischen Selbstverständnisses zu mehr individueller Selbstdarstellung und zur Anpassung an die Majorität. Die ursprüngliche Diaspora wurde zur Heimat.

An der unteren Mauer, in der Mitte liegend, ist eine abgebrochene Säule zu sehen. Diese symbolisiert, wie auf christlichen Friedhöfen auch, den zu frühen Tod eines Menschen. Kinder wurden gewöhnlich außerhalb der regulären Platzfolge in Mauernähe bestattet. Der Begräbnisplatz wurde nicht immer mit einem Stein kenntlich gemacht[ 38 ].


Die ältesten Grabinschriften

Im Anhang befindet sich die Übersetzung einer Auswahl der ältesten Grabsteine[ 39 ].

So handelt es sich beim Grabstein Nr. 87 um den Rabbi David Levi aus Grumbach, Sohn des Rabbi Jakob Levi. Als Eigenschaften werden ihm Aufrichtigkeit, Barmherzigkeit und Gelehrsamkeit zugeschrieben. Verstorben ist er am Freitag den 14.2.1755.

Stein Nr. 90 ist einer Frau gewidmet, die Nächstenliebe ohne viel Aufhebens praktizierte. Die Innschrift Nr. 91 verrät uns, daß es sich hier um einen guten Verwalter, oder sogar um ein Mitglied des Gemeindevorstandes handelte. Brendl, die mit Stein Nr. 93 erinnert wird, starb ledig, gottesgläubig und wahrscheinlich -in Neudeutsch- gehbehindert.

Die Texte nennen neben Name, Todestag und Ehrentiteln auch die löblichen Taten und Charaktereigenschaften der Verstorbenen. Auf die Erwähnung negativer Eigenschaften wird grundsätzlich verzichtet.


Fußnoten


[ 1 ] Die erhaltene Synagoge in Odenbach am Glan stellt eine beachtliche Ausnahme dar.
[ 2 ] Westrich Kalender, 1929, Jg. 4, S. 155. Dr. Alex Lewin, der sich auch in der Heimatforschung verdient gemacht hatte, wurde 1943 Opfer des deutschen Faschismus. Vgl.: Rumpel, K.-J., Landesrabbiner Dr. Alex Lewin, in Heimatkalender des Landkreises Birkenfeld, Neuwied 1969, S. 177-179.
[ 3 ] Im Anhang befinden sich ein Lageplan und eine Auflistung der noch lesbaren deutschen Inschriften, die ab 1838 auf der Rückseite der Grabsteine immer häufiger eingemeißelt wurden. Die Nummern auf dem Lageplan geben den Fundort der einzelnen Fragmente bzw. ganzer Grabsteine an. Die Reihenfolge der Nummerierung ist zufällig.
Die Grabsteine wurden abfotografiert und vermessen. Für Interessierte stelle ich die Unterlagen gerne zur Einsicht bereit.
[ 4 ] Landesarchiv Speyer, Grundsteuerverwaltung, Reg. Bez. Trier, Bürgermeisteramt Grumbach, Gemeinde Offenbach, Mutterrolle, 1ter Band, Artikelnr. 152.
[ 5 ] Vgl.: Roth E., Zur Halachah des jüdischen Friedhofs, Teil I, in: Udim. Zeitschrift der Rabbinerkonferenz in der Bundesrepublik Deutschland Bd. IV, Frankfurt a.M. 1973. Ders., Zur Halachah des jüdischen Friedhofs II. Die Grabsteine, in: Udim. Zeitschrift der Rabbinerkonferenz in der Bundesrepublik Deutschland Bd. V., Frankfurt a.M. 1974/75.
[ 6 ] Vgl.: Frishmann, J., Als Mann und Frau erschuf sie sie. Feminismus und Tradition, in: Nachama, A., Schoeps, J.H., van Voolen, E. (Hrsg.), Jüdische Lebenswelten. Essays, Fankfurt a.M., 2.Aufl. 1992, S. 93 ff. Hier wird das Verhältnis der einzelnen Strömungen zur Halachah, der Gesamtheit der ethischen, rechtlichen und rituellen Normierungen, zu der auch der Friedhofs- und Begräbniskult gehört, diskutiert.
[ 7 ] Erez meint das heilige Land. "Heilig war das Land Israel, weil es Gottes Eigentum war und blieb" Leviticus 25, 23. Deshalb wurde den Toten Erde aus dem heilgen Land ins Grab mitgegeben. Vgl. auch: Mendes-Flohr, P., Zion und die Diaspora. Vom babylonischen Exil bis zur Gründung des Staates Israel, in: Nachama 1992, a.a.O., S. 257 ff.
[ 8 ] Der Friedhof muß 50 Ellen (1 Preußische Elle = 66,69cm) vom Ort entfernt sein.
[ 9 ] Mit der preußischen Verordnung zur Gleichberechtigung der Juden 1812 (die sehr bald wieder relativiert wurde) war auch die Annahme eines Familiennamens verbunden. Vgl.: Gamm, H.-J., Das Judentum. Ein Einführung, Frankfurt a.Main 1979, S. 93 f. Analog dazu erlangten die Juden 1791 in den französisch besetzten Gebieten, wozu auch Offenbach gehörte, die vollen bürgerlichen Rechte.
[ 10 ] Der israelitischen Gemeinde als Körperschaft war der Grundstückserwerb bis Anfang des 19. Jahrhunderts nicht möglich.
[ 11 ] Vgl.: Roth 1974/75, a.a.O., S. 119; Theobald 1984, S. 60.
[ 12 ] Die Reservierung eines Platzes war möglich. Beispielsweise für Eheleute. Vgl.: Roth 1973, a.a.O., S. 108 ff.
[ 13 ] Vgl. auch: Roth 1973, a.a.O., S. 117.
[ 14 ] Vgl.: Grunewald, M., Jüdische Symbole, in: Hirzel S. (Hrsg.), Grab und Friedhof der Gegenwart, München 1927, S. 36 ff.
[ 15 ] Die Größen der umliegenden jüdischen Friedhöfe zum Vergleich: Neuer jüdischer Friedhof in Offenbach-Hundheim 1.064 qm, Hinzweiler 3200 qm, Odenbach 940 qm, Thallichtenberg 1.500 qm, Meisenheim 4.167 qm, Steinbach a. Glan 1.940 qm und Waldmohr 100 qm. Vgl.: Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Rheinland-Pfalz und im Saarland von 1800 bis 1945, Koblenz 1975, Bd. 7.
[ 16 ] siehe schwarz gestrichene Linie im Lageplan
[ 17 ] Von folgenden Orten werden Übereinanderbestattungen erwähnt: Prag, bis zu 12 Bestattungen übereinander, vgl.: Liedel, H. u. Dollkopf, H., Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe, Würzburg 1985, S. 70 f und Cohn 1935, a.a.O., S. 95 f: Kronberg (Rudhardswald), Hessen, vgl.: Zink, W., Die Friedhöfe der Juden von Oberursel, Oberursel 1987, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Oberursel e.V., Heft Nr. 28, Dez. 1986, S. 13 f: Berlin, Schönhäuser Allee, vgl.: Liedel 1985, a.a.O., S. 72 f.: Ingenheim (Pfalz), vgl.: Schmitt, F., Die Steine reden. Zeugnisse jüdischen Lebens im Landkreis Südliche Weinstraße, Rhodt 1989, S. 73: Wachenheim, vgl.: Arnold, H., Juden in der Pfalz. Vom Leben pfälzischer Juden, Landau 1986, S. 129. Frankfurt/Main, Kalisch, Krakau, Nikolsburg und Preßburg, vgl.: Roth 1973, a.a.O., S. 116. Bei mehrschichtiger Bestattung stehen alle Grabsteine auf der Grabfläche.
[ 18 ] Man muß beachten, daß Offenbach um 1800 bereits ca. 100 jüdische Einwohner hatte. Bei konstanter Einwohnerzahl wären die 60 Grabplätze spätestens nach 40 Jahren belegt. Die umliegenden Orte nicht eingerechnet.
[ 19 ] Der Brauch der Umzäunung entspringt u.a. dem Gebot der Totenruhe. Vgl.: Roth 1973, a.a.O., S. 103 f.
[ 20 ] Bernstein-Wischnitzer, R., Alte Friedhofskunst, in: Buber M. (Hrsg.), Der Jude, Heppenheim a.d.Bergstr. 1918, Heft 10/11, S. 689 f. Er verweist auf die Friedhöfe portugiesischer Juden in Altona und Glückstadt, wo flach aufliegende Steine sehr verbreitet waren. Vgl. auch: Theobald, A.U. (Hrsg), Der jüdische Friedhof, Zeuge der Geschichte - Zeugnis der Kultur, Karlsruhe 1984, S. 63; Roth 1974/75, a.a.O., S. 100 f.
[ 21 ] In Frankfurt/ Main stehen sie gewöhnlich am Fußende. Vgl.: Roth 1974/75, a.a.O., S. 100.
[ 22 ] Siehe oben.
[ 23 ] Ein Herz ist ein häufig verwandtes Symbol, auch als Ausdruck für die Güte des Bestatteten. Vgl.: Weyl, R., Le cimetiére juif de Rosenwiller, Straßbourg 1988, S. 11; Theobald 1984, a.a.O., S. 51.
[ 24 ] Vgl.: Weyl 1988, a.a.O., S. 15 ff.
[ 25 ] Vgl. Transkription von Stein Nr. 93.
[ 26 ] Die Zahlenpunktierung wird in der Literatur nirgends erwähnt. Eventuell wurde dieses Verfahren nur in unserem Raum angewendet.
[ 27 ] Der in der Umgangssprache negativ besetzte Begriff nach dem Mond gehen, könnte seinen Ursprung im jüdischen Kalender, dem der Mondzyklus zugrunde liegt, haben.
[ 28 ] Z.B. Handbuch der jüdischen Chronologie, Hildesheim 1967
[ 29 ] Die endgültige staatsrechtliche Gleichstellung der Juden erfolgte erst 1869 (im Norddeutschen Bund) bzw. 1871 für das gesamte Reich.
[ 30 ] Bernstein-Wischnitzer 1918, a.a.O., S. 687.
[ 31 ] Dörr, W., Zur Geschichte der Juden in Meisenheim und Umgebung, Idar-Oberstein 1991, S. 17.
[ 32 ] In Rosenwiller /Elsaß steht in der Schulstraße heute noch ein Haus, in dessen Giebel das Fragment eines Grabsteines mit der hebräischen Inschrift "gestorben und beerdigt am 27. Iyar" (April/Mai) zu sehen ist. Dort wurde der jüdische Friedhof zeitweise zum Steinbruch mißbraucht. Vgl.: Weyl 1988, a.a.O., S. 5 mit Bild auf der 6.letzten Seite. Für den Wormser jüd. Friedhof wird dies ebenfalls belegt. Vgl.: Böcher 1958, S. 9 f.
[ 33 ] "Die Reformbewegung nahm ihren Ausgang in Deutschland (um 1800) und stellt den Beginn der eigentlichen jüdischen Neuzeit dar. Sie richtete sich auf Umformung der jüdischen Religion, insbesondere des Gottesdienstes und der liturgischen Ordnungen." Gamm 1979, a.a.O., S. 55. Neben hebräischen wurden auch deutsche Gebete und Gesänge eingeführt. 1818 fand in Hamburg die erste Orgel Einzug in die Synagoge. Ebd.
[ 34 ] Vgl.: Voß, G., Die jüdischen Bürger von Offenbach am Glan, in: Westricher Heimatblätter, Jg. 24, Nr. 4, 1993, S. 212.
[ 35 ] Vgl.: Voß 1993, a.a.O., S. 180 f.
[ 36 ] Vgl.: Roth 1973, a.a.O., S. 113 f. Er verweist u.a. auf den religionspolitischen Charakter der Urnenbestattung. Vgl. auch: Böning 1986, a.a.O., S. 1; Meyer, H.G., Es darf kein Efeu darüber wachsen. Jüdische Friedhöfe in Ingelheim, Ingelheim 1991, S. 18. Die Veröffentlichung -Weissmann, Über Leichenverbrennung, 1878- war leider nicht auffindbar.
[ 37 ] Hierzu wurden auch die Umrisse mit einem Spaten gefurcht, berichtete mir Herr Kindermann, Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde Neustadt a.d. Weinstr.
[ 38 ] Vgl.: Roth 1973, a.a.O., S. 110 f. Ders. nennt die halachische Vorschrift: die "Nachbarn" im Friedhof sollen möglichst gleichgesinnt sein. Damit erklären sich auch separate Felder für Rabbiner, Chewra-Mitglieder (Beerdigungsgesellschaft), Märtyrer, (frühgeborene) Kinder und Kohanim (Priestergeschlechtsabkömmlinge). Das bestatten von Kindern an der Friedhofsmauer könnte auch aus Platzgründen erfolgt sein.; ders., S. 96.
[ 39 ] Die Inschriften wurden anhand von Lichtbildaufnahmen von Herrn Mario Jacoby, Israel, transkribiert und übersetzt. Die Kosten hierzu hat die Verbandsgemeinde Lauterecken übernommen.


4. Anhang


Lageplan

Vorschau Lageplan des Friedhofs. Die Fundstellen der einzelnen Grabsteine bzw Fragmente sind durchnummeriert.
1200 Pixel breit, Größe:153 kb

Transkription und Übersetzung der ältesten Grabsteininschriften

Vorschau Nr. 87,90,91,93,97,99
795 x 2892 Pixel, Größe:149 kb

Lateinische Grabinschriften

Nr.1:
Text auf Sockel:
Wie eine Blume blüht...und wird abgeschnitten. Hiob (=)14.2

Nr.4:
Text:
Hier ruht in ewigem Frieden
Frau Gertrude Stern
geb. Mayer v. Offenbach
gest. a. 10. Dezbr. 1880
in einem Alter v. 64 Jahren

Nr.5:
Text:
Hier ruht
Babette Simon
gest. 1886
im 88ten Lebensjahre

Nr.12:
Text:
Hier ruht in Frieden
S(?)arah Lazarus
(g)ebo. d. 8.Febru. 1801
gestor. d. 1.Dezem. 1882

Nr.19:
Text:
Hier
ruht zum ewigen Schlafe
Marianna Isaak
geb.
Wohlgemuth
geb. 5. Feb. 1812

Nr.23:
Text (Oberteil):
...Frieden
...Stern,

Nr.27:
Text:
Hier ruht in Frieden
Sybilla Rosenbaum
geb.
Wolff
geb. zu Münster Mainfeld
im Sept. 1803,
gest. zu Grumbach
17. Okt. 1882

Nr.29-1:
Text:
......
in ewigen ...
David Roos
von
Offenbach
gest. 9. M"rz 1878,
in einem Alter
von 68 Jahren

Nr.29-2:
Text:
Hier ruhet
Isaac Herz
aus Grumbach
geboren am 10. September
1802,
gestorben am 17. April 1876
---------
schlafe sanft guter Vater

Nr.30:
Text:
Hier ruht im....
Frieden.....
Lazarus...(ca.5 Buchst.)
gest....Juli
in einem Alter
von...Jahren
Rückseite ist völlig verwittert

Nr.34:
Text:
Hier ruht...ewigen (Zeiten?)
..........
.....geboren.....bruar
....Alter v....hren

Nr.36:
Text:
Hier ruht
Moses Herz
aus
Grumbach
Phillip Willberger (Steinmetz?)

Nr.38:
Text:
Hier ruht
im ewigen Frieden
Marcus(?) Herz
von.....bach
ge...
Mü....
im .....
........

Nr.40:
Text:
Hier ruht in Frieden
Th(?)ere(?)se Gott...ho
Ehe(?)frau des
Isaak L.B.(?)Roos
gest..19.Nov. 18.5(?)
in einem Alter v. 75 Jahren

Nr.41:
Text:
Eva Herz
Nr.42:
Text:
Lettchen
die Tochter des
Isaak(t?) Herz
aus Grumbach
gest.d.12.Mai 1860

Nr.46:
Text:
Hier ruht im ewigen Frieden Alexander Herz
geb.am 4. September 1809 und gestorben am 1. August 1875

Nr.47:
Text:
Hier ruht in ewigen Frieden
Isaac Herz gestorben....6.Juni
1872 in einem Alter von...Jahren

Nr.48:
Text:
L(?)............h(?)
aus Eschenau ...b(?). am 4.
März 1865(?) in einem
Alter von 63 Jahren

Nr.50:
Text:
Hie......Frau
geb.........
ges........
in ein........

Nr.52:
Text:
Hier....
H....
......
geb........Sept(?)
gest......März(?)

Nr.53:
Text:
Hier ruht in ewigem Frieden
Jacob(?) Loeb aus St.Julian
gestorben am 28. Mai 1878(?) in einem
....er von 69 Jahren

Nr.55:
Text:
Sa(h oder b)
.....
.....
9...

Nr.56:
Text:
hier ruht
im ewigen Frieden
Salomon Simon
gestorben zu Niedereisenbach
am 28.October 1865
in einem Alter von 82 Jahren

Nr. 57:
Text:
.....
......hlafen
.....li au..
....lw Löb v. St.Julian
.......Sept.1869
im.....v. 78 Jahren
Frieden ihrer Asche

Nr.59:
Text:
Hier ruht......I(?)arcus
Weil (oder Wolf) aus E.....
starb am 21.....in einem
Alter von 1(oder 7)....Jahren

Nr.60:
Text:
Lea Marer
von
St.Julian

Nr.62:
Text:
Hie......egen
Hen(riette?) Roos
geborene Marcus
Offenbach
gest. am 2.Mai 1857
in einem Alter v.42
Jahren

Nr. 63:
Text:
d.11. Feb. 1859

Nr.64:
Text:
Daniel Hiersch
aus Eschenau
starb am 19.April 1867(1)
in einem Alter von 1(oder7)8Jahren
Ruhe seiner Seele

Nr.65:
Text:
Elisabetha Roth(?)schild
Ehefrau ...s
Alexander He(?)rz
in Offenbach
geb......15,
gest......18(?)54

Nr.78:
Text:
Hier ruht
im ewigen Frieden
Frau Amalia Roos,
geborene Albert
gest. 2. Dez. 1838
in einem Lebensalter
von 28 jahren


Ausgewählte Schwarz-Weiß-Ansichten

Vorschau Blick vom unteren Eingang (Eingang 2)
500 Pixel breit, Größe:55 kb
 
Vorschau Nr.10, mit einer der (noch) wenig vorhandenen Grabeinfassungen
350 x 248 Pixel, Größe: 44 kb
 
Vorschau Nr.31
400 Pixel breit, Größe: 30 kb
 
Vorschau Nr.57, Vorderseite
250 x 365 Pixel, Größe:22 kb
 
Vorschau Nr.57, Rückseite
300 Pixel breit, Größe:31 kb
 
Vorschau Nr.61
259 x 365 Pixel, Größe: 24 kb
 
Vorschau Nr.68
250 x 365 Pixel, Größe:28 kb
 
Vorschau Nr.87, älteste vorgefundene Grabsteininschrift
250 x 380 Pixel, Größe: 31 kb
 

Literaturliste


Arnold, Hermann, Juden in der Pfalz. Vom Leben pfälzischer Juden, Landau 1986, Pb-Kl, 2a5614

Bernstein-Wischnitzer, R., Alte Friedhofskunst, in: M. Buber (Hrsg.), Der Jude, Heppenheim 1918, Heft 10/11, S.682-691, Stabi2, ZSN 5433 (Mikrofilm)

Böning, A.u.M., Der jüdische Friedhof in Hohenlimburg, Hagen 1986, JüGeFa, ID III/3 Hoh

Bröcher, O., Der Alte Judenfriedhof in Worms, Worms 1968

Buber Martin (Hrsg.), Der Jude, Heppenheim 1918, Heft 10/11, Stabi2, ZSN 5433 (Mikrofilm)

Cohn, Emil Bernhard, Das jüdische ABC, Berlin 1935, JüGeFa, Ha

Dörr, Wolfgang, Zur Geschichte der Juden in Meisenheim und Umgebung, Idar-Oberstein 1991

Frishmann, J., Als Mann und Frau erschuf sie sie. Feminismus und Tradition, in: Nachama,A., Schoeps J.H., van Voolen E. (Hrsg), Jüdische Lebenswelten. Essays, Fankfurt a.M. 1992, 2.Aufl.

Gamm, Hans-Joachim, Das Judentum. Eine Einführung, Frankfurt a.Main 1990

Grunewald, Max, Jüdische Symbole, Wien 1927, S.36-44, in: Hirzel Stephan (Hrsg.), Grab und Friedhof der Gegenwart, München 1927, Stabi2, 4 Nu 1991-1

Handbuch der jüdischen Chronologie, Hildesheim 1967

Hirzel Stephan (Hrsg.), Grab und Friedhof der Gegenwart, München 1927, Stabi2, 4 Nu 1991-1

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Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz (Hrsg.), Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Rheinland-Pfalz und im Saarland von 1800 bis 1945, Koblenz 1975, Stabi2-B, Ser.15 258 16-18, AZ-Kus

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Liedel, H. u. Dollkopf, H., Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe, Würzburg 1985, JüGeFa, KV 40773

Mendes-Flohr P., Zion und die Diaspora. Vom babylonischen Exil bis zur Gründung des Staates Israel, in: Nachama,A., Schoeps J.H., van Voolen E. (Hrsg), Jüdische Lebenswelten. Essays, Fankfurt a.M., 2.Aufl., 1992, S.257-284

Meyer, Hans-Georg, Es darf kein Efeu darüber wachsen. Jüdische Friedhöfe in Ingelheim, Ingelheim 1991, JüGeFa, ID III/3 Ing

Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Oberursel e.V., Heft Nr. 28, Dez. 1986, JüGeFa, ID III/3 Obe

Nachama,A., Schoeps J.H., van Voolen E. (Hrsg), Jüdische Lebenswelten. Essays, Fankfurt a.M. 1992, 2.Aufl.

Roth Ernst, Zur Halachah des jüdischen Friedhofs, Teil I, in: Udim. Zeitschrift der Rabbinerkonferenz in der Bundesrepublik Deutschland Bd. IV, Frankfurt a.M. 1973, JüGeFa, Archiv.

Roth Ernst, Zur Halachah des jüdischen Friedhofs II. Die Grabsteine, in: Udim. Zeitschrift der Rabbinerkonferenz in der Bundesrepublik Deutschland Bd. V., Frankfurt a.M. 1974/75, JüGeFa, Archiv.

Rumpel, Karl-Josef, Landesrabbiner Dr. Alex Lewin, in: Heimatkalender des Landkreises Birkenfeld, Neuwied 1969, AZ-Kus

Schmitt, Franz, Die Steine reden. Zeugnisse jüdischen Lebens im Landkreis Südliche Weinstraße, Rhodt 1989, JüGeFa, ID III/3

Theobald, Alfred Udo (Hrsg), Der jüdische Friedhof, Zeuge der Geschichte - Zeugnis der Kultur, Karlsruhe 1984, Jerus-Wed G 209 Jue

Voß, Gerhard, Die jüdischen Bürger von Offenbach am Glan, in: Westricher Heimatblätter, Heimatkundliche Mitteilungen aus dem Kreis Kusel n.F., Landkreis Kusel (Hrsg.), Jg.24, Nr.4, 1993

Weissmann, Über Leichenverbrennung, 1878

Wein-Mehs, Maria u. Bohlen, Reinhold, Der Jüdische Friedhof in Wittlich, Wittlich 1993, JüGeFa, ID III/3 Witt

Westrich Kalender, Landkreis Kusel (Hrsg), Rengsdorf

Weyl, Robert, Le cimetiére juif de Rosenwiller, Straßbourg 1988, JüGeFa, ID III/3 Ros

Zink, Wolfgang, Die Friedhöfe der Juden von Oberursel, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Oberursel e.V., Heft Nr. 28, Dez. 1986, JüGeFa, ID III/3 Obe


Bibliotheksverzeichnis mit Abkürzungen:

1. Pb-Kl = Pfalzbibliothek Kaiserslautern
2. Agb-B = Amerika Gedenkbibliothek Berlin, tel.: 030/69050
3. Stabi1-B = Staatsbibliothek Berlin, Unter den Linden, tel.: 030/20378-403
4. Stabi2-B = Staatsbibliothek Berlin, Potsdamer Str., tel.: 030/266-2235
5. AZ-Kus = Albert Zink Archiv Kusel, tel.:06381-424230
6. UB-Kl = Universitätsbibliothek Kaiserslautern
7. UB-SB = Universitätsbibliothek Saarbrücken
8. KS-Kus = Kreis und Stadtbücherei Kusel
9. La-Sp = Landesarchiv Speyer, tel.:06232/9192-0
10. AKv-Kus = Archiv der Kreisverwaltung Kusel
13. Archiv der evang. Kirchengem. Offenbach, Akte (6)07-5 Synagogengemeinde
14. JüGeFa =Bibliothek der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Fasanenstraße, Bibliothek in der Fasanenstraße, tel: 030/884203-0
15. JüGeOr =Bibliothek der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Fasanenstraße, Bibliotheksaussenstelle in der Oranienstraße, tel.:030/2801-229
16. Lha-K = Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstr.1-3, 56068 Ko., tel.:0261/33067
17. Jerus-Wed = Jerusalem-Bibliothek (Stadtbibliothek) Berlin-Wedding


Verwendete Abkürzungen

a.a.O.- an angegebenem Ort
Abbrev. - Abkürzung
Aufl. - Auflage
Bd. - Band
bsp. - beispielsweise
ders. - derselbe
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Hrsg - Herausgeber
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S. - Seite
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vgl. - vergleiche
z.B. - zum Beispiel


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